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Was kostet ein Fractional CMO? Modelle, Tagessätze, ROI

Es ist fast immer die erste Frage im Erstgespräch — und die ehrliche Antwort ist keine Zahl, sondern eine Rechnung. Hier sind die drei Abrechnungsmodelle, die marktüblichen Spannen, der Vergleich zur Festanstellung und die unbequeme Frage, woran man erkennt, ob es sich lohnt.

Was kostet ein Fractional CMO — Modelle, Tagessätze und ROI

Vorweg eine Einordnung: Was ein Fractional CMO überhaupt macht und wie er sich von Interim, Agentur und Festanstellung unterscheidet, habe ich in zwei eigenen Beiträgen beschrieben. Dieser hier beantwortet nur die Geldfrage — so konkret, wie es seriös möglich ist.

Die drei Abrechnungsmodelle

1. Stunden- oder Tagessatz

Das transparenteste Modell: Du zahlst für geleistete Zeit, meist mit einem vereinbarten Rahmen pro Woche oder Monat. Es passt, wenn der Bedarf schwankt oder ihr erst herausfinden wollt, wie viel Führung euer Marketing tatsächlich braucht. Der Nachteil: Ohne festen Rahmen wird Planung schwierig — für beide Seiten.

2. Monatspauschale (Retainer)

Das häufigste Modell in der Praxis: feste Tage pro Woche gegen einen festen Monatsbetrag. Ein bis drei Tage pro Woche sind der übliche Korridor — ein Tag für Strategie und Steuerung, zwei für echten Strukturaufbau, drei nah an einer Interim-Rolle. Der Vorteil ist Verbindlichkeit: feste Präsenz, feste Ansprechbarkeit, monatlich kündbar. So arbeite ich in den meisten Mandaten.

3. Projekt-Festpreis

Für klar umrissene Aufgaben: ein Audit mit Maßnahmenplan, ein Website-Relaunch, ein Tracking-Setup. Der Festpreis zwingt zu sauberem Scope — was drin ist, was nicht, was du am Ende in der Hand hast. Als Einstieg oft der beste Weg: Am Ende liegt ein Ergebnis vor, und ihr entscheidet danach in Ruhe, ob mehr daraus wird.

Was der Markt aufruft

Verlässliche Statistiken gibt es für den deutschsprachigen Raum kaum — der Markt ist jung und die Spannen sind breit. Aus Ausschreibungen, Plattformen und eigenen Verhandlungen lässt sich aber ein ehrlicher Korridor benennen:

  • Stundensätze erfahrener Marketing-Führung auf Zeit bewegen sich meist zwischen 100 und 200 Euro — je nach Seniorität, Branche und Umfang.
  • Tagessätze liegen üblicherweise zwischen 900 und 1.600 Euro; darunter arbeitet selten jemand mit echter Führungserfahrung, darüber beginnt das Segment spezialisierter Konzern-Interimsmanager.
  • Monatspauschalen ergeben sich daraus: Bei einem Tag pro Woche landet man grob zwischen 3.500 und 6.500 Euro im Monat, bei zwei Tagen zwischen 7.000 und 13.000 Euro.

Wichtiger als die Spanne ist die Frage, was darin enthalten ist. Ein Satz am oberen Rand kann günstiger sein als einer am unteren — wenn Umsetzung, Dienstleistersteuerung und Reporting enthalten sind statt nur „strategischer Begleitung". Genau danach solltest du fragen.

Meine eigenen Konditionen nenne ich bewusst nicht auf der Website, sondern im Erstgespräch — nicht aus Taktik, sondern weil ein seriöses Angebot vom Zuschnitt abhängt. Was ich versprechen kann: eine Rechnung, die du nachvollziehen kannst, ohne versteckte Marge und ohne Vermittlungsprovision.

Die Vergleichsrechnung zur Festanstellung

Ein Vollzeit-CMO kostet in Deutschland je nach Unternehmensgröße meist 140.000 bis 220.000 Euro Jahresgehalt — plus etwa 20 bis 25 Prozent Arbeitgeber-Nebenkosten, plus Recruiting (bei Executive Search schnell 25 bis 30 Prozent eines Jahresgehalts), plus drei bis neun Monate Suche, in denen die Position unbesetzt bleibt.

Auf den Tag gerechnet ist ein Fractional CMO teurer. Auf das Jahr und auf das Risiko gerechnet dreht sich das Bild:

  • Zwei Tage pro Woche im mittleren Korridor kosten im Jahr rund 100.000 bis 150.000 Euro — für Führung, die ab der ersten Woche arbeitet statt nach neun Monaten Suche und Einarbeitung.
  • Das Risiko ist asymmetrisch: Eine Fehlbesetzung in Vollzeit kostet Abfindung, erneutes Recruiting und ein weiteres Jahr. Ein Fractional-Mandat ist monatlich kündbar.
  • Der Vergleich hinkt trotzdem — und das gehört zur Ehrlichkeit dazu: Zwei Tage pro Woche sind nicht fünf. Wer täglich Führung vor Ort braucht, ein großes Team zu managen hat oder mitten in einer Transformation steckt, braucht irgendwann eine Vollzeitkraft. Ein guter Fractional CMO sagt dir das — und baut so, dass die Übergabe funktioniert.

Was den Preis wirklich treibt

Fünf Faktoren erklären fast jede Differenz zwischen zwei Angeboten:

  1. Strategie oder Strategie plus Umsetzung. Wer nur Konzepte liefert, ist billiger — und lässt dich mit der Umsetzung allein. Wer Kampagnen, Tracking und Dienstleister selbst anfasst, kostet mehr und spart dir an anderer Stelle eine Agentur.
  2. Seniorität und Belege. Nachweisbare Ergebnisse in deiner Branche rechtfertigen den oberen Korridor. Frag nach konkreten Zahlen aus früheren Mandaten — wer sie hat, nennt sie.
  3. Präsenz. Tage vor Ort kosten mehr als Remote-Begleitung, wirken aber anders: Dienstleistersteuerung und Teamaufbau funktionieren über Anwesenheit.
  4. Verantwortungsumfang. Budgetverantwortung und Reporting an die Geschäftsführung sind etwas anderes als beratende Begleitung — und werden anders bepreist.
  5. Laufzeit und Kündbarkeit. Monatlich kündbare Mandate tragen für den Anbieter mehr Risiko als Sechs-Monats-Verträge; das spiegelt sich im Satz. Als Kunde ist die Kündbarkeit fast immer den Aufpreis wert.

Woran du misst, ob es sich rechnet

Die unbequeme Wahrheit zuerst: Wer dir nach vier Wochen eine Umsatzverdopplung verspricht, verkauft dir etwas. Seriös messbar ist Folgendes:

Vier Messpunkte für die ersten Monate

  1. Transparenz nach 30 Tagen. Weißt du erstmals schwarz auf weiß, woher deine Anfragen kommen und was ein Kunde in der Akquise kostet? Das allein verändert Budgetentscheidungen.
  2. Gestoppte Verschwendung nach 60 Tagen. Abgeschaltete Kampagnen ohne Ergebnis, gekündigte Tools ohne Nutzung, neu verhandelte Dienstleisterverträge — dieser Posten bezahlt nicht selten das halbe Mandat.
  3. Kosten je qualifizierter Anfrage nach 90 Tagen. Nicht Klicks, nicht Reichweite: Was kostet eine Anfrage, mit der der Vertrieb etwas anfangen kann — und fällt diese Zahl?
  4. Strukturen, die bleiben. Dokumentierte Prozesse, sauberes Tracking, ein Reporting, das auch ohne den Fractional CMO weiterläuft. Das ist der Unterschied zwischen gekaufter Zeit und gekauftem Fortschritt.

Der ehrliche Schluss

Ein Fractional CMO ist keine günstige Führungskraft — er ist eine andere Art, Führung einzukaufen: schneller verfügbar, präziser dosierbar, jederzeit kündbar. Ob sich das rechnet, entscheidet nicht der Tagessatz, sondern die Frage, ob nach sechs Monaten Strukturen stehen, die ohne ihn weiterlaufen.

Und manchmal ist die ehrliche Antwort im Erstgespräch: Ihr braucht keinen Fractional CMO, sondern erst einmal sauberes Tracking und zwei abgeschaltete Kampagnen. Auch das ist Teil der Rechnung.

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